Foto: L. Bierbaß

Die Frage, die haute mich schon um. Was sucht ihr den Lebenden bei den Toten? Als mein Vater in meinen Händen verstarb, hatte ich allen Glanz und Freude verloren. Es lastete wie ein schwerer Felsbrocken in meinem Herzen. Er war tot! Allein das bewusst zu sagen, tat sehr weh, das wissen Trauernde, nur zu gut. Im Gedanken dachte ich, unfassbar: eben war er noch da, lebendig, redend und berührend. Und nun, wird sein Mund für immer schweigen, sein Humor innehalten, sein Wissen und Erfahrungen nicht mehr weiter gegeben. Bilder und Erinnerungen kommen in mir hoch. Am liebsten würde ich die Uhr zurück drehen, nur um noch einmal den Moment auskosten, wo er zu mir sagte: "Ich wünschte, mein Blut fließt in deinen Adern." Es bedeutet so viel wie, du bist mein geliebtes Kind. Wie lange habe ich darauf gewartet, um diese schöne Zusage zu bekommen. Stattdessen macht sich tiefe Trauer und Schmerz, wie eine klaffende Wunde, in meinem gebrochenen Herzen breit. Aber eins tröstet mich, mein fester Glaube, an die Zusage Jesus Christus, in die Ewigkeit aufgenommen zu werden.

Ines Elgert